PCOS: Symptome, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten
Frauengesundheit11 mars 20269 min Temps de lecture

PCOS: Symptome, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten

Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist die häufigste hormonelle Störung bei Frauen im gebärfähigen Alter. Erfahre, wie sich PCOS äußert, wie die Diagnose gestellt wird und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

Équipe médicale deinrezept.de
Mis à jour le 3 juin 2026

Was ist PCOS?

Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist eine der häufigsten hormonellen Störungen bei Frauen im gebärfähigen Alter. Schätzungen zufolge sind etwa 8 bis 13 Prozent aller Frauen betroffen – viele davon, ohne es zu wissen.

PCOS ist ein sogenanntes Syndrom, das heißt eine Kombination aus mehreren Merkmalen. Charakteristisch sind ein gestörter Eisprung, ein Überschuss an männlichen Hormonen (Androgenen) und häufig zahlreiche kleine Bläschen (Follikel) an den Eierstöcken, die im Ultraschall sichtbar werden. Der Name ist insofern etwas irreführend, als es sich nicht um echte Zysten handelt, sondern um unreife Eibläschen.

PCOS ist mehr als ein gynäkologisches Thema: Es ist eng mit dem Stoffwechsel verknüpft und kann langfristig das Risiko für Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Eine frühzeitige Diagnose und Begleitung sind deshalb wichtig.

Symptome: Wie äußert sich PCOS?

Die Beschwerden bei PCOS sind sehr unterschiedlich ausgeprägt. Nicht jede betroffene Frau hat alle Symptome. Zu den häufigsten Anzeichen gehören:

  • Zyklusstörungen: seltene, unregelmäßige oder ausbleibende Regelblutungen (Oligo- oder Amenorrhoe)
  • Unerfüllter Kinderwunsch: durch einen fehlenden oder seltenen Eisprung
  • Vermehrte Körperbehaarung (Hirsutismus): nach männlichem Muster an Oberlippe, Kinn, Brust oder Bauch
  • Hautprobleme: Akne, fettige Haut und Haarausfall am Kopf
  • Gewichtszunahme: besonders im Bauchbereich, häufig verbunden mit Schwierigkeiten beim Abnehmen

Auch psychische Belastungen wie Stimmungsschwankungen, depressive Verstimmungen und ein vermindertes Selbstwertgefühl kommen bei PCOS häufiger vor und sollten ernst genommen werden.

Ursachen: Welche Rolle spielt Insulin?

Die genauen Ursachen von PCOS sind noch nicht vollständig geklärt. Es handelt sich um ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren – genetische Veranlagung, hormonelle Regulation und Stoffwechsel greifen ineinander.

Eine zentrale Rolle spielt häufig die Insulinresistenz: Die Körperzellen sprechen schlechter auf das Hormon Insulin an, weshalb die Bauchspeicheldrüse mehr davon produziert. Erhöhte Insulinspiegel regen die Eierstöcke an, vermehrt Androgene zu bilden. Diese männlichen Hormone stören wiederum die Reifung der Eizellen und den Eisprung.

So entsteht ein Kreislauf, der sich selbst verstärken kann. Das erklärt auch, warum eine Verbesserung der Insulinempfindlichkeit – etwa durch Ernährung, Bewegung oder Medikamente – bei vielen Frauen einen positiven Effekt auf die Beschwerden hat.

Diagnose: Die Rotterdam-Kriterien

Die Diagnose PCOS wird anhand der international anerkannten Rotterdam-Kriterien gestellt. Demnach müssen mindestens zwei der folgenden drei Merkmale vorliegen:

  • Seltener oder fehlender Eisprung (erkennbar an unregelmäßigen oder ausbleibenden Blutungen)
  • Anzeichen eines Androgenüberschusses – klinisch (z. B. Hirsutismus, Akne) oder im Blut nachgewiesen
  • Polyzystische Eierstöcke im Ultraschall

Wichtig: PCOS ist eine Ausschlussdiagnose. Andere Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen – etwa eine Schilddrüsenfunktionsstörung, ein erhöhter Prolaktinspiegel oder seltene Nebennierenerkrankungen – müssen zuerst ausgeschlossen werden. Zur Abklärung gehören in der Regel ein ausführliches Gespräch, eine Blutuntersuchung der Hormonwerte und eine Ultraschalluntersuchung beim Frauenarzt.

Behandlung: Welche Möglichkeiten gibt es?

PCOS ist bislang nicht heilbar, lässt sich aber gut behandeln. Die Therapie richtet sich nach den individuellen Beschwerden und danach, ob ein Kinderwunsch besteht. Ein Patentrezept gibt es nicht – die Behandlung wird ärztlich auf die jeweilige Situation abgestimmt.

Lebensstil: Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung verbessern die Insulinempfindlichkeit und können den Zyklus stabilisieren. Schon eine moderate Gewichtsabnahme kann bei Übergewicht spürbare Effekte haben.

Hormonelle Verhütungsmittel: Die Antibabypille kann den Zyklus regulieren und androgenbedingte Beschwerden wie Akne und Hirsutismus lindern – sofern kein Kinderwunsch besteht.

Insulinsensitizer: Bei nachgewiesener Insulinresistenz kann der Arzt einen Wirkstoff wie Metformin erwägen. Der Einsatz erfolgt individuell nach ärztlicher Abwägung.

Kinderwunschbehandlung: Bei unerfülltem Kinderwunsch stehen Medikamente zur Auslösung des Eisprungs sowie weitere reproduktionsmedizinische Verfahren zur Verfügung.

Welche Behandlung sinnvoll ist, sollte immer ärztlich entschieden werden.

PCOS und Kinderwunsch

PCOS ist eine der häufigsten Ursachen für einen unerfüllten Kinderwunsch, weil der Eisprung oft ausbleibt oder unregelmäßig stattfindet. Die gute Nachricht: Viele Frauen mit PCOS können mit der richtigen Begleitung schwanger werden.

Häufig ist der erste Schritt eine Anpassung des Lebensstils, gegebenenfalls ergänzt durch Medikamente, die den Eisprung anregen. Eine frauenärztliche oder reproduktionsmedizinische Betreuung hilft, die passende Strategie zu finden und den Zyklus gezielt zu beobachten.

Auch während einer Schwangerschaft sollten Frauen mit PCOS engmaschig begleitet werden, da bestimmte Risiken – etwa Schwangerschaftsdiabetes – etwas häufiger auftreten können.

Wann zum Arzt?

Ein ärztlicher Rat ist sinnvoll, wenn du eines oder mehrere der folgenden Anzeichen bei dir bemerkst:

  • Deine Regelblutung bleibt wiederholt aus oder ist sehr unregelmäßig
  • Du bemerkst vermehrte Körperbehaarung, hartnäckige Akne oder Haarausfall
  • Du hast seit längerem einen unerfüllten Kinderwunsch
  • Du nimmst ungewollt zu oder hast Schwierigkeiten, dein Gewicht zu halten

PCOS ist gut behandelbar, und eine frühzeitige Abklärung hilft, langfristige Folgen für Stoffwechsel und Herz-Kreislauf-System zu vermeiden. Die Diagnose und Behandlung gehören in ärztliche Hände – dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung.

Sujets
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Remarque importante

Cet article a une valeur informative générale et ne remplace pas une consultation médicale individuelle. En cas de problème de santé, veuillez consulter un médecin. En cas d'urgence, composez le numéro d'urgence (112) ou le service médical de garde (116117).